Gemütlichkeit zwischen Stricksocken und Eiergrog
Wilhelmshaven - Basare und kleine Märkte stimmten am Wochenende auch in Wilhelmshaven auf die Adventszeit ein. Im Gemeindehaus der Havenkirche an der Christus-und Garnisonkirche hatte die Handarbeitsgruppe "Flotte Nadeln" ihre wärmenden Kostbarkeiten aufgebaut.
"Sonnabends wissen unsere Besucher, dass die Auswahl am größten ist", sagte Ingrid Heidrich.
Beliebte Basare im Süden und Westen
Ein weiterer Schwung Interessierter erscheine nach dem Sonntagsgottesdienst. "Ich bin seit neun Jahren bei den flotten Nadeln, uns gibt es aber schon mehr als 20 Jahre. Wir verstricken nur ganze Knäuel und achten auf Qualitätswolle. Unsere Kunden erwarten, dass zum Beispiel Socken eine Zeit halten, ohne zu rutschen und davonzulaufen", so Heidrich weiter. Denn es gebe schließlich nichts Schlimmeres als einen schlechten Ruf. Leute riefen im Vorfeld an, sie bräuchten fünf Paar Socken Größe 43.

"Wir freuen uns auf unsere Treffen. Beim Strümpfe stricken können wir viel erzählen,komplizierte Muster schafft man dabei nicht", fügte Doris Schaper an. Wie sie ist auch Barbara Hamann seit drei Jahren "flotte Nadel". Mit einem Poncho, den sie auf dem Basar in die Hand nahm, ging es los. "Die Flotten Nadeln sind einmalig, sie spenden oft für die Kitas und die Wildfleckenfreizeit", hob Pastorin Doris Möllenberg hervor.
Der Adventsbasar der Caritas im Familienzentrum West ist praktisch von der früheren St. Michaelkirche in die ehemalige St. Ansgarikirche umgezogen. "Alle Aussteller und Helfer sind mitgezogen", sagte Ann-Kathrin Wessel-Ellermann hocherfreut. "Hier haben wir zwar 100 Quadratmeter weniger Platz, aber trotzdem vier Aussteller mehr als früher, und wir planen für 2026 einen Innenkreis, weil wir weitere Anfragen haben", so die Organisatorin. Für welches soziale Projekt der Caritas der Erlös genutzt werde, stehe laut Geschäftsführer Alexander Witton noch nicht fest. Auch für den Basar müssten Ausgaben getätigt werde, ob für Pavillons, Aufbereiter für Glühwein, Tische oder die Genehmigung der Stadt. Von Nützlichem bis zu Schönem reichte das Angebot der 15 Aussteller.
Der Trend gehe zu LED, 3D-Druck und Laser, wie bei Sina-Christin Greis und ihren Kunstwerken aus Holz, Schiefer und PLA-Kunststoff.
Gemütlich und klein bei den Eierhütten
Bei den Eierhütten von Fedderwarden stand wohl die Zahl drei im Vordergrund. Ein dreiköpfiges Team mit Fritzi Wenzlaff, Anni Bernhardt und Chris Ott war drei Tage lang mit Auf- und Abbau beschäftigt, und das bereits im dritten Jahr. Der Hof Klöwer, auf dessen Gelände am Ortseingang der Adventsmarkt gefeiert wurde, komme ihnen sehr entgegen. "Der Markt geht Hand in Hand von Fedderwarden für Fedderwarden. Erlöse bleiben im Dorf - bei der Jugendfeuerwehr und den Senioren für einen Theaterbesuch in Antonslust", sagte Wenzlaff. Der Platz war rustikal mit Strohballen bestückt, die unter anderem den Feuerkorb einfassten. An der Straße hatte der Weihnachtsmann, der den Markt auch besuchte, schon ein paar Pakete "verloren".
"Wer nicht fragt, kriegt auch nichts. Wir bekommen unsere Hütten aus Rundum und Langewerth, den Glühweintopf und die Gläser aus der Antonslust. Die "Küchenfreunde" hatten sich zweieinhalb Tage lang auf den Markt vorbereitet, Fleisch für die Gulaschsuppe geschnitten, frische Milch vom Hof Weerdaund Eier natürlich aus der Eierhütte geholt, um Eiergrog anzubieten. "Wer möchte, bekommt den frischen Kakao als Lumumba", versprach André von den "Küchenfreunden".